Der verborgene Code

Die Vier Elemente im Tarotspiel der Renaissance
– Teil 3 –

Das magische Quadrat als Formel nutzen

Die Vier Elemente der Renaissance

Nachdem Sie die wichtige Rolle der vier Qualitäten kennengelernt haben, wollen wir uns ansehen, wie sie sich im magischen Quadrat zu den Elementen verhalten.

Ich greife zum Veranschaulichen auf die vier Jahreszeiten zurück und bringe sie in eine quadratische Anordnung, wie sie derjenigen auf der Karte XXI entspricht:

Feucht

HERBST
kalt und feucht

FRÜHLING
feucht und warm
KaltWarm

WINTER
kalt und trocken

SOMMER
 trocken und warm
Trocken

Verfolgen Sie bitte, mit welcher Unkompliziertheit das magische Quadrat die natürlichen Merkmale der Jahreszeiten aus der Kombination von je zwei Qualitäten beschreibt. Den Herbst erleben wir tatsächlich als feucht und kalt, den Sommer als warm und trocken.

Absolute trockene Qualität:
Im Sommer und Winter finden wir die absoluten Höchst-und Tiefstwerte auf dem Thermometer.
Relative feuchte Qualität:
Frühling und Herbst gelten als Übergangszeiten. Hier wechselt das Wetter am meisten.

Im unteren, trockenen Bereich der quadratischen Elemente-Matrix stellen Sommer und Winter die klimatischen Extreme dar, zwischen denen die Übergangs-Jahreszeiten möglich und notwendig werden. Der feuchte Bereich beherbergt die Phasen der Verwandlung. Diese Regel wird uns bei der Anwendung des Vier-Elemente-Quadrates immer wieder unterstützend begleiten.

Das magische Quadrat bildet das Leben ab

Durch die Faltung der platonischen Elemente-Reihe zum Quadrat wird der schrittweise Verdichtungsvorgang vom Feuer zum Erdelemente in einem Schöpfungsbogen abgebildet:

Hier ein Beispiel dafür, wie wir die Elemente damit eine reale Situation abbilden lassen können:

Ein Kind wird gezeugt 

4e-Kind-wird-gezeugt

Am Zeugungsvorgang sind alle vier Elemente beteiligt. Der konstituierende Bereich unten bietet die Grundlage für das Geschehen im oberen variablen Bereich. Was auf der warmen und kalten Seite der Matrix bereit steht ist (ein Mann und eine Frau), wird durch die beiden feuchten Elementen zum Zusammenspiel gebracht (Eindringen 2+ Aufnehmen 3 = Sex).

Dem kurzen Impuls 1der Befruchtung folgt der langsame Wachstumsprozess in der Gebärmutter 3, wo die Anlagen von Vater und Mutter zu den neuen Anlagen des Kindes verschmelzen.

Von Energie 1 und Information 2 vorbereitet, reift die befruchtete Eizelle durch genetische Kombination 1 und Zellbildung 4 zu konkreter Gestalt heran. Dabei treten nach und nach die unsichtbaren Anlagen des warmen Bereichs auf der kalten Seite zutage: Das Kind sieht den Eltern ähnlich und wird beim Heranwachsen gewisse Charaktereigenschaften von ihnen reproduzieren.

Antike Lehre und neue Physik

Der Formel-Charakter des magischen Quadrates lädt uns ein, immer neue zu den Elementen passende Worte einzusetzen. Auf die Plätze von ERDE und FEUER, unten im trockenen Bereich der Elemente-Matrix setze ich die Worte Materie 4 und Energie 1.

Die Physik lehrt uns, daß Materie und Energie im Universum nie verloren gehen. Sie haben ewig Bestand und wandeln sich ständig ineinander um. Die Position auf den trockenen Plätzen bestätigt das: Energie und Materie sind die absolute weil unveränderbare Grundlage aller Existenz.

Die Hermetik lehrt, daß Energie in der Materie gebunden ist. Ein Tisch im Raum scheint eine feste Form zu haben. Doch sobald die Physiker mit ihren feinen Untersuchungsmethoden ins Innere der Holzstruktur schauen, stellen sie fest, daß dort ein chaotisches Gewirbel von kleinsten Energie-Teilchen stattfindet. (Von hier aus betrachtet ist der von außen statisch wirkende Tisch ein dauerndes Geschehen.)

Der Ouroboros, die Schlange die sich in den Schwanz beißt, 
war das Symbol für die in der Materie gebundene Energie

Die Idee der Einheit von Materie und Energie, wie sie im magischen Elemente-Quadrat als

 M  =   E

ausgedrückt wurde, taucht bei Einstein 500 Jahre später in seiner berühmten Gleichung

E  =  mc²

wieder auf:  Auch das Licht erscheint einmal als Materie-Teilchen, dann wieder als Energie-Welle.

Hier im absoluten, konstituierenden Bereich der Matrix wird tatsächlich ein Grundprinzip der Weltordnung beschreiben, das sowohl der alten wie neuen Wissenschaft die Basis für die weitere Forschung liefert.

Vom Hier & Jetzt zu Raum & Zeit

Erde ist das Element der Orte. Ich setze einmal HIER als Ortsbezeichnung an seinen Platz.  Zum Feuer paßt das Wort JETZT, denn Feuer hat keine wahrnehmbare Dimension und kennt damit auch keine Zeit. Alles Feurige geschieht ‘jetzt’, im unendlich flüchtigen Moment der Gegenwart.

Es gibt viel Literatur, in denen das ‘Erreichen’ des Hier & Jetzt als höchst erstrebenswert beschrieben wird.

Doch weder Hier noch Jetzt sind messbare Größen. Obwohl sie absolut im Trockenen ruhen, können wir sie nicht erfahren, solange sie nicht in ein relatives Konzept eingeordnet werden. Relativ sind die Wahrnehmung 3 und das Verständnis 2. Wahrnehmung geschieht im Raum, zum Verstehen braucht man Zeit

Damit stellen Wasser und Luft den notwendigen Erfahrungs-Rahmen von Raum & Zeit für das Wahrnehmen & Verstehen dar: Erst innerhalb eines Raums kann ich mir das ›Hier‹ darin vorstellen. Auf der Zeitachse zwischen Vergangenheit und Zukunft lassen sich die Momente von ›Jetzt‹ anordnen.

RAUM     &    ZEIT
HIER    &    JETZT

 

Obwohl uns im Alltag Zeit und Raum als die Eckpfeiler der Welt erscheinen, sind sie im Elemente-Quadrat nur relative, das heißt durchaus veränderliche Faktoren, während das so flüchtige Hier & Jetzt die eigentliche, zuverlässige Basis unseres Lebens darstellen.

Es gibt daher aus der Sicht der Elementelehre eigentlich nichts anzustreben oder zu erreichen, was nicht längst in uns da ist. Die große, ja erschreckende philosophische Herausforderung besteht eher darin, die Selbstverständlichkeit von Raum & Zeit zu hinterfragen, das heißt diese nicht für absolut zu halten. Und auch hierbei unterstützt uns das Verständnis der Elemente:

Der RAUM wird vom kombinierenden Wasserelement durch Zusammensetzen der Sinneseindrücke der zwei Augen und zwei Ohren zu einem Stereo-Effekt gebildet. Inwieweit dabei handfeste Wirklichkeit wahrgenommen wird, oder die dreidimensionale Welt nur als eine Art kosmisches Hologramm vor unserem Bewußtsein aufgespannt wird, darüber diskutieren Menschen seit langer Zeit. Diesem spannenden Thema sind einige Abschnitte aus meinem Buch gewidmet.

Innen- & Außenwelt im Elemente-Quadrat

Das magische Quadrat auf der Karte XXI
teilt unsere Welt in zwei Räume.
– Außen und Innen –
Wo bin ich?

Der Physiker und Philosoph Ernst Mach (die Schallgeschwindigkeit wurde nach ihm benannt) versuchte, sich dem Phänomen des ICH in der WELT mit dieser Zeichnung zu nähern. Er nannte sie Innenperspektive.

Erkennen Sie, von woher der Zeichner schaut ?

ICH & WELT
selbst erforschen mit dem
magischen Quadrat der Vier Elemente

Dafür brauchen Sie
5 – 10 ruhige Minuten

Mein Platz in der Welt ?

Schenken Sie sich etwas Zeit und Aufmerksamkeit
für diesen kleinen Ausflug
in die magische Sphäre zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit.


Folgen Sie Schritt für Schritt den meditativen Vorschlägen, um ‘live’ einzutauchen in das hermetische Weltbild der Renaissance-Meister.


*

 

Entspannen Sie sich, während Sie diese Zeilen lesen durch sanfte Dehnung und Bewegung, angefangen bei den Zehen und Fußgelenken, über Ihre Knie, Oberschenkel, Hüfte, Gesäß; lockern Sie sich den Rücken hinauf bis zum Kopf inklusive Kiefer und entspannen Sie am Schluß die Augen.

Kommen Sie bei sich an.

Vergegenwärtigen Sie sich den RAUM, der sie umgibt.
Richten Sie Augen auf nichts Spezielles, öffnen Sie Ihren Blick langsam in die ganze Weite des Raums hinein.
Geben Sie sich dafür 1 – 2 Minuten.

 

Nehmen Sie jetzt die ZWISCHENRÄUME wahr, die Abstände zwischen den Dingen im Raum.
1 Minute

Lassen Sie einen offenen Blick durch diesen Ozean von luftigem Zwischenraum gleiten:

Beim Einatmen schauen Sie in die leeren Stellen vor sich.
Beim Ausatmen betrachten Sie die Abstände weiter weg.

1 Minute

 

Sie sehen Ihre HÄNDE in den Raum hineinragen?
Von wo aus nehmen Sie das wahr?

1 Minute

 

Vergleichen Sie Ihre gegenwärtige Ansicht mit dieser Zeichnung.
Auch dort ragen Hände in den Raum:

Bemerken Sie den Schnurrbart unten im Bild ?
Er gehörte dem Physiker und Philosophen Ernst Mach (1838 – 1916).
Professor Mach nannte diesen besonderen Blick die Innenperspektive.

In Ernst Machs Zeichnung ragen Schnurrbart, Nase und der Rest des Körpers in den dreidimensionalen Raum hinein. Wo ist der Betrachter?
Wir müssen den Beobachterstandort des ICH außerhalb des sichtbaren Raums vermuten! Wo mag das sein?
‘Hinter’ den Augen? Irgendwo im Kopf ?

Schauen Sie wie in der Zeichnung aus den Augen heraus auf Ihre Nase und andere Gesichtspartien, die Sie mit ein paar Grimassen erfassen können.
Der Elementelehre nach gehört Ihr Gesicht zum dreidimensionalen Außenraum, wie Mach’s Schnurrbart auf seiner philosophischen Skizze.  Aus Ihrem unsichtbaren, nicht-stofflichen Innenraum heraus betrachten Sie das Leben und fühlen sich anwesend im Raum ‘draußen’.

 

In alter Zeit beschrieb man das Gesicht als eine
MASKE,
durch die das ICH ins LEBEN schaut.

 

Machen Sie es sich hinter Ihrer Maske bequem. Vor Ihnen gibt es den Raum, Dinge, Hände, Teile Ihres Gesichts … Sie befinden sich zurückgelehnt in Ihrem persönlichen Machtzentrum aus Energie 1 & Geisteskraft 2 .  Von dort aus beobachten und steuern Sie das Geschehen vor der Maske, soweit sie es beeinflussen können.

Wenn Ihnen das etwas nach CYBERSPACE klingt, sind Sie auf dem besten Weg zur hermetischen Sicht von Innen- und Aussenwelt.

Als hätte er die Regeln des Elemente-Quadrates studiert, konnte Christus im seinen Schülern vor zweitausend Jahren erklären:

 

Ich bin in der Welt, aber nicht von der Welt.
Christus-Wort im Neuen Testament

*

Lauschen Sie. Im Raum können Sie jetzt verschiedene Geräusche identifizieren, die Ihnen zuvor nicht aufgefallen waren.

Spüren Sie, wie Ihr Hören eine Brücke von der unsichtbaren Welt des ICH in die Wirklichkeit draußen schlägt.

Machen Sie dazu abschließend ein kleines Experiment. Verfolgen Sie das Gerangel der Elemente um die Gunst Ihrer Aufmerksamkeit.

Horchen Sie mit geschlossenen Augen in den Raum hinein, bis sich ein GEDANKE vor Ihre Wahrnehmung schiebt. Es dauert normalerweise nicht lange, bis ein Wort, ein Satz, eine Vorstellung auftaucht und Ihre Tonaufnahme einfach überschreibt.

Probieren Sie es einige Male und erleben Sie die Konkurrenz von Hin-Hören 3 und Selbst-Denken 2 !
Wie lange können Sie ohne Unterbrechung einfach nur lauschen ?

*

Die besondere Kraft und Leichtigkeit, mit der unsere Innenwelt die Außen-Wahrnehmung so problemlos überwältigt, kommt von der warmen Qualität des Feuers und der Luft, die unbändig nach Dominanz drängt.

Daher können wir auch die bewußte Anwesenheit in unserem ICH hinter seiner Maske nur sporadisch erfahren. Dauernd funkt das Denken dazwischen und lenkt das Bewußtsein ab.

Nicht nur Mönche und Mystiker, aber auch Tänzer, Schauspieler, Künstler und Rennfahrer trainieren sich darin, jenen leicht distanzierten, ruhigen Blick von innen nach außen auch unter herausfordernden Umständen aufrecht zu erhalten.

Prüfen Sie selbst:
Hat der Blick durch die Maske und das Erleben der Elemente-Funktionen ‚am eigenen Leibe‘ Ihr Empfinden für die Anwesenheit in der Welt beeinflußt ?
Haben Sie zwischendurch eine Ruhe gespürt, die Sie mühelos aus dem Alltagsstreß herausgehoben hat ?

Probieren Sie das ‘Zurücktreten’ einmal bei einer kniffligen Tätigkeit oder einfach beim Kartenlegen aus.
Vielleicht werden Sie sich überraschen.

 

*

» Gelingt es Dir, die innere Ruhe zu erobern, so hast
Du mehr getan als derjenige, der Städte und ganze Reiche erobert hat. « 

Montaigne  (Renaissance-Philosoph) 

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