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Die Philosophie des Renaissance Tarot

  Frei  |  Inspiriert  |  Revolutionär
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Auf diesen Seiten ...

… lernen Sie einige der Umstände kennen, die einst aufeinander trafen und sich vermengten zur einer europaweiten geistigen Erneuerungs-Bewegung, deren Ideen und Ziele zur geheimen Grundlage für das Tarotspiel der Renaissance wurden:

– Platonische und naturphilosophische Anregung
– Die Verbindung von Wissenschaft, Alchimie und Magie
– Das Erbe der Mystik
– Das Vermächtnis Christi im Neuen Testament
– Die Vier Elemente in der Philosophie des Lichtes

Heute sprechen Historiker von christlich-platonischer Naturphilosophie. Als die Moral und das Weltbild der mächtigen katholischen Kirche immer stärker in Zweifel gezogen wurden, entdeckten Philosophen der Renaissance brisante Parallelen zwischen antiken Avantgarde-Denkern, magischen Schriften und ur-christlichen Ideen. Unaufhaltsam flossen all diese vom Vatikan während tausend Jahren übertünchten oder verbotenen Erkenntnisse zusammen. Sie nährten eine lange unterdrückte Lust am Entdecken und Erkunden der Welt unter den Vorzeichen von Harmonie und Wandel.

Diese Website kann nur einzelne Ausschnitte aus dem gesamten Forschungsprojekt zur
Wiederentdeckung des Original-Tarotspiels der Renaissance präsentieren.

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          • Welche spirituellen Kräfte haben das Tarotspiel gespeist?
          • Welche historischen Kräfte haben bei seiner Entwicklung fördernd oder hindernd gewirkt?
          • Gab es wirklich ein geheimes Wissen, das in den Karten verschlüsselt worden ist?
          • Können Symbole komplexe philosophische Botschaften transportieren?
          • Worauf lassen wir uns ein, wenn wir uns dem Original-Tarot der Renaissance nähern?

Der Tarot der Renaissance entstand im 15. und 16. Jahrhundert, einer Zeit, die mit großer denkerischer Freiheit begann, atemberaubende kulturelle Umwälzungen wie den Buchdruck, das heliozentrische Weltbild und die erste Erdumsegelung hervorbrachte, um im Wahnsinn der Scheiterhaufen und der Religionskriege zu enden. In jener kurzen Periode zwischen Aufbruch und Zusammensinken wollten unbekannte Meister im Tarotspiel ihr spirituelles Weltbild und Lebensgefühl zusammenfassen und weiterreichen.
Der wiedergefundene Schlüssel zum Original-Tarot macht all dies wieder lebendig. Die geheimen Codes im Renaissance-Tarot öffnen uns den Blick für die Weltanschauung einer einst strahlenden Kultur, welche an eine aus Licht geschaffene Welt glaubte und sich in alchimistischer Selbstveredelung übte, damit die Seele nach dem Tod wieder in ihre Heimat des Lichtes zurück finde.

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Notizen vom Entdecker 

Die Initialzündung für all die atemberaubenden Entwicklungen während der Renaissance (ca. 1400 – 1600) war der Angriff des Denkens auf die Herrschaft des Glaubens. Man wollte keine Dogmen mehr nachbeten, sondern selbst forschen und erleben.

Ähnliches war in der Antike geschehen, als griechische Philosophen abseits vom mythologischen Götterglauben  eine durch das Licht der Natur belebte Welt entdeckten.

Die Philosophen beider Epochen  setzten den religiösen Traditionen ihrer Zeit eine revolutionäre Methode entgegen: Das systematische Untersuchen der Wirklichkeit und die logische Schlussfolgerung.

Was dabei herauskam, war ein Weltbild, das ganz anders aussah, als das heutzutage propagierte ‚Überleben der Fittesten’ in einer zutiefst abergläubischen Kultur, die ihr Leben und ihre Freiheit täglich den Dogmen des Geld-Kultes opfert.

Was uns in den letzten hundertfünfzig Jahren über das Tarotspiel erzählt wurde, sind nachträglich erdachte Erklärungsversuche sehr unterschiedlicher Art. Der Tarot ist in seinem Ursprung ein ganzheitliches System aus antikem Naturwissen und spirituellem Auftrag. Wir sind heute – nach einem halben Jahrtausend – eingeladen, uns jener fast vergessenen Denkweise erneut zu widmen.

Die naturphilosophische Tradition und die besonderen Umstände ihrer Wiederaufnahme in der Renaissance müssen wir mit einer Prise Geduld betrachten, vorsichtig ihre Ordnung und Zeichensprache abtasten, und nicht zuletzt die starken gesellschaftlichen Spannungen der Epoche nachempfinden, um uns die ungeheure Kühnheit des damaligen Projektes TAROT vor Augen führen zu können.

NATUR & PHILOSOPHIE

NATUR & PHILOSOPHIE

» Weisheit besteht darin, die Wahrheit zu sagen und nach der Natur zu handeln, auf sie hinhörend. «          Heraklit 500 v.Chr. 

Philosophie war seit alters her der Versuch, hinter die Kulissen des Welttheaters zu schauen. Vor zweieinhalb Tausend Jahren fragten sich griechische Denker:  Wie und woraus entsteht die lebendige Welt? 

Vom Aufbau des Kosmos wollte man die Aufgaben seiner Bewohner ableiten. Die alten Denker hatten mit Hilfe der Vier Elemente ein umfassendes Weltbild geschaffen, an dem Menschen ihr Handeln ausrichten konnten.

Naturphilosophie lud dazu ein,  durch Erforschung der Natur unseren Platz in der Welt zu finden. 

Als das militante Christentum um 400 n. Chr. zur römischen Staatsmacht aufstieg, mußte das gesamte ‘heidnische’ Denken den neuen Dogmen des Katholizismus Platz machen. Naturforschung wurde von den religiösen Autoritäten mit der geächteten Magie in Verbindung gebracht und oft hart bestraft.

Erst tausend Jahre später, als die Kirche stark an Macht und Ansehen verloren hatte, erwachte das Interesse an den alten Erkenntnissen erneut (daher sprechen wir heute von der Renaissance als einer Zeit der Wiedergeburt). Eine wagemutige Bewegung knüpfte wieder an die Tradition der vorchristlichen griechischer Denker  an. 

Die in der Antike entstandene Vier-Elemente-Lehre lieferte sowohl der aufkeimenden Naturforschung als auch dem undogmatischen spirituellen Erwachen eine verläßliche Grundlage, auf die man sich noch bis ins 17. Jahrhundert stützte. Nach dem 30jährigen Religionskrieg verschwand beides im rationalistischen Sog der Neuzeit.

Wenn wir heute von der Philosophie der Antike hören, fallen uns Namen ein wie Sokrates, Platon oder Aristoteles. Doch lange bevor diese Berühmtheiten in Erscheinung traten, lebten in Griechenland die sogenannten vor-sokratischen Denker mit ihrer ionische Naturphilosophie, auf die alle nachfolgenden Philosophengenerationen aufbauen sollten.

Die ionischen Naturphilosophen sind für das Tarotspiel insofern von Bedeutung, als sie über mehrere Generationen hin die Grundlagen einer Vier-Elemente-Lehre schufen, zu der Platon und Aristoteles später die Schlußsteine setzten.

In den Mittelpunkt von Rafaels berühmtem Gemälde Die Philosophenschule hat der Maler die geistigen Titanen Platon und Aristoteles gestellt. Die Hände seiner beiden Zentralfiguren zeigen in verschiedene Richtungen, Platon nach oben in den Himmel, Aristoteles nach unten zur Erde. Rafael deutete Platons Wirken spirituell, während er Aristoteles auf das Reich der handfesten Tatsachen weisen ließ. Aristoteles’ ausgestreckte Hand markiert auch den Zugriff auf die Natur, der dem Menschen durch die Forschung gegeben ist.

Während die Elemente bei Platon  über das Verhältnis der Menschen zu den kosmischen Gewalten sprachen, machte Aristoteles die Vier Elemente handhabbar für praktische Künste wie Metallveredelung und medizinische Anwendungen. Beide stützten sich auf die Vorarbeit der Naturphilosophen. Doch ihre unterschiedlichen Auffassungen schufen zwei Lehrsysteme, die Europa für mehr als zweitausend Jahre ideologisch zweiteilen sollten.

Es entstand eine im Sinne Aristoteles’ experimentell forschende Bewegung, aus der die großen Entdeckungen und Erfindungen der frühen Neuzeit hervorgingen. Man untesuchte die verborgenen Wirkgesetze der Natur, etwa wie es heutzutage Physiker oder Biologen tun.

Darüber hinaus teilten viele Gelehrte und Experimentatoren geheime spirituelle Einsichten, die sie aus platonischen Studien über das Schicksal der Seelen gezogen hatten.  Sie suchten den geistigen Brückenschlag zwischen Platons Seelenlehre und der früh-christlichen Mystik, um einen persönlichen Weg zum Göttlichen zu erproben.

Diese Entwicklungen mischten und befruchteten einander während der Renaissance. Viele der bahnbrechenden Errungenschaften jener Bewegung sind in die Bilder und Ordnungen der Tarotkarten eingeflossen.

Mehr erfahren :

Die Lehre vom Zusammenspiel der Vier Elemente prägte während zwei Jahrtausenden das westliche Naturbild. Keine andere Wissenschaftstheorie hat im abendländischen Kulturraum eine vergleichbar lange und anhaltende Wirkung gehabt. Doch plötzlich verschwand die Elementelehre aus dem europäischen Denken so vollständig, als hätte es sie nie gegeben.

Die Erklärung, die wir dafür in der Schule und auf dem Internet bekommen, lautet: Die Vier-Elemente-Lehre wurde von neueren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen überwunden. Sie war ein gutgemeintes aber schwer überprüfbares Glaubenssystem, in dem altertümliche Naturbetrachtung und magischer Aberglaube Hand in Hand gingen. Die moderne Naturwissenschaft hat inzwischen ein besseres, überprüfbares, durch Tau­sende von Experimenten gesichertes Bild der Welt eröffnet.

So plausibel diese Meinung heute klingen mag, so gewaltsam verzerrt sie die historische Wirklichkeit. Die Lehre und Philosophie der Vier Elemente wurde schon früh von der aufstrebenden Kirchenmacht als unliebsame Konkurrenz betrachtet und bis zu ihrer Wiederentdeckung in der Renaissance für glücklich überwunden erachtet. Als beim Anbruch der Neuzeit mehr und mehr materialistisches Denken in die Wissenschaft einzog und die Forscher immer neue Elemente entdeckten, wandte sich das Interesse anderen Verwertungsformen zu. Die neu entstehende Chemie, Physik und Elektrodynamik kam ohne die Vier Elemente und ohne jede spirituelle Komponente aus. 

Doch noch heute können wir anhand des magischen Quadrates der Vier Elemente grundlegende  Phänomene wie die Einheit von Materie und Energie (Licht als Teilchen und Welle) oder die Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper aufzeigen. 

Seit nunmehr dreihundert Jahren wird uns der Aufbau der Welt nicht mehr von Philosophen, sondern von den verschiedenen Disziplinen der Naturwissenschaft erklärt. Unser Wertesystem und Verhalten scheint weniger von Einsichten großer Denker angeregt, als immer stärker durch die Machtstrukturen globaler Wirtschaftssysteme bestimmt.

Philosophie konnte damit ausgelagert werden als Spielwiese für Schöngeister, für Leute, die Zeit für Überflüssiges und Historisches haben. Hinzu kommt, daß sich optimistische philosophische Ansätze kaum als Leitbilder durchsetzen konnten, während irrationale Phantasmen wie ‚Zeit ist Geld‘ problemlos das Leben von Millionen regieren.

Die Philosophen der alten Zeit sahen ihre Aufgabe nicht in luftigen Reden, sondern in der Erforschung der elementaren Wirklichkeit der Welt. Das Individuum war eingebettet in ein übergeordnetes kosmisches Geschehen, das es zu begreifen galt. Denn wer die Geheimnisse des kosmischen Aufbaus durchschaute, konnte sein Leben nach diesen Bedingungen ausrichten und mit Leichtigkeit gestalten, während Unwissende ihre Tage im ermüdenden Wechselbad von Hoffen und Zagen, Gier und Ängsten verbrachten.
Diese Art von Philosophie bewegte sich im Schnittpunkt von Naturforschung, scharfsinniger Hochrechnungen und intuitiver spiritueller Einsicht. Das Ergebnis, soweit wir es dank der wiedergefundenen Schlüssel zum Original Tarotspiel der Renaissance aus dessen Karten zurückverfolgen können, war eine humorvoll kritische Studie des Menschen und seines Bemühens um Befreiung aus den Fesseln und Hemmnissen seines Erdendaseins. Zu den einflußreichen naturphilosophischen Vordenkern gehörten im Osten die Schöpfer des chinesischen I Ging, des indischen Ayurveda, des Taoismus; im Westen die griechischen Naturphilosophen und Platon. In beiden Welten finden wir verwandte Formen der Alchimie, jener geheimnisvollen Kunst materieller und geistiger Veredelung.
Später sind die Geistesgrößen Leibniz, Goethe, Hegel in die Fußtapfen der antiken Forscher getreten. Und in jüngster Zeit haben sogar Quantenphysiker wie Niels Bohr, Erwin Schrödinger und David Bohm das faszinierende Zusammenspiel von Licht und Materie, Philosophie und Physik, Naturkenntnis und Spiritualität untersucht und beschrieben.

Fast immer standen die Einsichten der antiken Philosophen und Physiker im Widerspruch zur jeweils herrschenden religiösen Tradition. Wo Religionsstifter ihre Mythen, Regeln und Riten frei ersinnen und nach politischem Bedarf modifizieren konnten, mußten sich die Philosophen strikt an den Gesetzen orientieren, die sie von der Natur ablasen. Dabei kamen ganz unterschiedliche Grundsätze und Lebensziele heraus.

Sowohl die Philosophie wie die Religion haben achtungsgebietende Weltbilder geschaffen, an denen sich das Leben von Millionen Menschen ausrichtet, selbst lange nachdem die eigentlichen Schöpfungen in Vergessenheit geraten sind.

Im antiken Kulturkreis des Mittelmeerraumes hielten sich die christliche Lehre der Gewaltlosigkeit und die Naturphilosophie der Vier Elemente die Waage und befruchteten einander bis zu dem Moment, als unter den vielen verstreuten Christengruppen die römische Gemeinde ihren Alleinvertretungsanspruch erhob (katholisch = allumfassend) und sich als einzig seligmachende Institution in unerbittliche Konkurrenz zu allen anderen Glaubensrichtungen setzte. Schon der frühe Missionar Paulus wetterte gegen die angebliche „Versklavung durch die elenden Elemente“. Von gegenseitiger Inspiration sollte nicht länger die Rede sein.

Nachdem dann zweihundert Bischöfe auf dem Konzil von Nicäa (325) das oberste Liebesgebot Christi aus taktischem Kalkül über Bord warfen und den römischen Kriegsdienst für alle Gläubigen akzeptierten, begann der offene Kampf gegen alle ‚heidnischen‘ Kulte und bald die systematische Verfolgung und Ermordung der Naturphilosophen. Das heute so genannte Mittelalter brach an. Unter Mittelalter verstehen Historiker die Zeit zwischen der zwangsweisen Schließung der letzten platonischen Akademie im Jahre 529 und ihrer Wiedereröffnung in Florenz am Hofe der Medici um 1460.

‚Dunkel‘ wird das Mittelalter unter anderem deshalb genannt, weil die damals etablierte kirchliche Allmacht auf der erfolgreichen Unterdrückung der antiken Philosophie des Lichtes aufbaute. Es dauerte rund 1000 Jahre, bis die Kirche genügend an Macht und Ansehen verloren hatte, damit das strahlende Weltbild der Lichtphilosophie im Zuge der Rückbesinnung auf das antike Kulturerbe wiederentdeckt und neu belebt werden konnte.

Diese relativ kurze, befreiende Periode, bevor alles wieder in der Mordlust erneuter Ketzerverfolgungen und Glaubenskriege unterging, setzte den kulturellen Rahmen und den philosophischen Hintergrund für die Entstehung der ersten Tarotspiele

Wissen verbergen

Wir reisen ins 15. Jahrhundert, als die ‚heidnischen’ Lehren der fast vergessenen Antike erneut Einzug hielten in die reichen, bildungshungrigen und nach Unabhängigkeit lechzenden Stadtstaaten Italiens. Angesichts der zügellosen Ausschweifung und Korruption des Klerus erhoben humanistische Philosophen die moralische Selbstverantwortung des Menschen über den religiösen Gehorsam. 

Ins geistige Zentrum rückte nun die wiederentdeckte alte griechische Naturphiloso­phie, und in deren Gefolge die hermetische Wissenschaft, der Neu-Platonismus, die Alchimie und eine ur-christliche Bewegung, die zu alten Werten wie Demut, Ausgleich und Heilung zurückkehren wollte.

Es bedurfte neuer Orientierungspunkte. Man las verbotene Werke, Maler wie Botticelli, Michelangelo und da Vinci verewigten in ihren Bildern statt frommer Heiligenfiguren heidnische Mythen. Von Platon hatte man eine verdeckte Sprechweise gelernt, die esoterische Botschaften in Sinnbildern und symbolischen Begriffen ausdrückte. Angeregt von der Malerei schulten sich die Gelehrten der Renaissance in der Konstruktion sogenannter Embleme, visuellen Kürzeln, die komplexe Bezüge zusammenfassen, um denjenigen, die ebenfalls in der Kunst der Metapher geschult waren, ihre An- und Einsichten auf einen Blick zu vermitteln. Alle Arten von bildlicher Darstellung wurden mit doppelsinnigen Inhalten geladen, die das gebildete Publikum mit Wonne aufspürte. Uneingeweihte lockte man auf falsche Fährten.

Das funktionierte nicht immer. Leonardo da Vinci wurde von seinen kirchlichen Auftraggebern gedrängt, ein Bild von Jesus und Johannes dem Täufer neu zu malen, nachdem die Kleriker seine subtile Bildsprache entziffert hatten und merkten, daß er eine von der Kirche gewünschte Rangordnung nicht eingehalten hatte. 

Doch gewisse Traktate, wie das Voynich-Manuskript sind bis heute nicht entziffert worden. Auch die Schöpfer des Tarot verwandten viel Können darauf, daß die ihren Karten unterlegten Bedeutungen nicht so einfach entschüsselt werden konnten.

Elemente & Wirklichkeit

Elemente & Wirklichkeit

Die Naturphilosophen der Antike bedienten sich einprägsamer Bilder aus der Natur, um theoretische Vorstellungen auszudrücken. Beim Element Wasser dachte man nicht an Trinken oder Waschen, aber an seine ausgleichende und verbindende Funktion. Luft dagegen stellte man sich spaltend und unterscheidend vor. 

Feuer stand für unsichtbare Energie, die man nur durch ihre Wirkung wahrnehmen kann; und wenn man es heiß nannte, so nicht, weil man sich daran die Finger verbrennen könnte, sondern weil Wärme wieder ein philosophisches Konzept darstellt. Je heißer ein Zustand, desto größer sein Verlangen, sich heftig auszudehnen und alles andere zu beeinflussen – möglichst ohne sich selbst von außen beeinflussen zu lassen. Diese Eigenschaften machten das Feuer zum kompromißlosen Gegenspieler des anpassungsbereiten Wasserelementes.

Wem damals dieses relativ überschaubare, aber nicht überall erlernbare Vokabular fehlte, war von der Deutung der Karten von vornherein ausgeschlossen. Das Gros der Tarotspieler dürfte keine Ahnung gehabt haben, daß sie sich mit einer ‘Bibel der Naturphilosophie’ vergnügten.

Das Quadrat der Meister

Wenn die Vier Elemente philosophieren  

Der Naturphilosophie zufolge findet im Kosmos eine ständige Verwandlung des Lichtes in Materie statt.

Das eigentliche Weltwerden, die Materialisation aus dem kosmischen Licht zu konkreter Erscheinung besorgen die Vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft

Aus kosmischem Licht entsteht etwas Greifbares

L I C H T

W I R K L I C H K E I T

Für die Naturphilosophen entsteht die Welt aus feinstofflicher, kosmischer Energie / LICHT 1 + Information 2 ,
die sich in einem kreativen Prozess 3 zu sichtbarer Gestalt / MATERIE 4 verdichten

Der einflußreiche Philosoph Platon sprach dabei von einer ’natürlichen Magie‘.  Nachfolgende Generationen von Philosophen, Ärzten und Alchimisten haben Platons Ideen weiterentwickelt und zu vielfältigen Anwendungen gebracht.

Die Krönung stellte die Faltung der platonischen Reihe zu einem magischen Quadrat dar. Damit konnten Eingeweihte die Elemente auf ungeahnte Weise zum Sprechen und zur Anwendung bringen.

Slide FEUER LUFT WASSER ERDE Slide WASSER LUFT FEUER ERDE AUSSENWELT INNENWELT GEFÜHLE VERSTAND BEZIEHUNGEN TATSACHEN

4 Elemente | 4 Lebensbereiche

Was das magische Quadrat alles über Sie weiß

Sie setzen sich zusammen aus einem Körper und einer Seele

Damit leben Sie gleichzeitig in einem Innen- und einem Außenraum.

Innen wohnt unsichtbar Ihr Denken und Fühlen

Außen ist der dreidimensionale Raum mit allen Zutaten

Ihre Nase gehört zum Außenraum. Der Rest von Ihnen ist … nicht von dieser Welt

Wie durch eine Maske sehen und handeln Sie in den Raum hinein.

Wenn Sie sterben, verfällt Ihr Körper, die Seele bleibt unzerstörbar

Sie verdauen Nahrung, um Lebenskraft zu gewinnen

In Ihrem Inneren schaukeln Angst und Gier,
Spontaneität und Lethargie,
Bestimmen und Anpassen, Konsum und Verzicht,
Hingabe und Verweigerung, Zartheit und Leidenschaft

Das ICH ringt mit dem WIR
Das SOLL ringt mit dem IST

Sie lassen sich nicht gerne etwas sagen, das Ihnen gefühlsmäßig nicht paßt.

HIER & JETZT sind ihr Zuhause.
ZEIT & RAUM sind Ihre Spielwiese.

Verborgene Gefühle und alte Gewohnheiten bringen die schönsten Vorsätze im Nu zum Platzen

Körperarbeit hilft Ihnen besser aus dem emotionalen Tief, als gute Worte, Ratschläge und Gelübde

Ihren Wünschen steht eine Realität gegenüber, die am besten mitspielt, wenn Sie gut aufgelegt sind

Mit ihrem Willen können Sie mehr bewegen als mit Ihren Händen

Alle Worte in der Auflistung oben sind durch Anwendung des Elemente-Quadrates ermittelt worden.
Die gelegentlich auftretenden komplementären Paarungen (Gier & Angst, Spontaneität & Lethargie)  sind ein typisches Merkmal des hermetischen Lebensgefühls, das die Welt zu erfassen sucht, wie sie ist, statt wie man sie gern hätte.

Die philosophische Bedeutung der antiken Elementelehre muß deutlich abgesetzt werden von unserer Alltagserfahrung, in der ja ebenfalls ‘irdische’ Elemente vorkommen.

Daß Wasser dichter ist als Luft, wie Platon einst festgelegt hatte, können wir leicht nachvollziehen, wenn wir die Hand darin bewegen. Aber daß das Feuerelement sich der Wahrnehmung vollkommen entzieht, übersteigt unsere Erfahrung. Und daß es, je ‚heißer‘ sein Zustand, es sich desto schwerer von außen beeinflussen läßt, berührt eigentlich schon den Bereich der modernen Physik. 
Gutgemeinte Analogien und Erklärungsversuche, wie wir sie auf dem Internet oder im Buchladen finden, greifen daher nicht gut in dieser Welt des alten Wissens. Hajo Banzhaff, Superstar der deutschen Tarotliteratur, schrieb in seinem Buch über die Vier Elemente, daß Luft von allen Wesen geatmet und ausgetauscht wird und daher logischerweise Luft das Element der Verbindung sei. Das Gegenteil sagt uns die antike Lehre: Luft spaltet und teilt – nur Wasser verbindet.

Die Abbildungen von Hajo Banzhafs Buch und Website zeigen die Vier Elemente in zwei unterschiedlichen Anordnungen, beiden fehlt der Bezug zur Vier-Elemente-Tradition.
Seine Elemente-Quadrate bleiben Dekoration ohne Funktion und Nutzen.

 

Crowley’s Tarotkarte bietet noch eine dritte Variante der Elemente-Anordnung.
Auch hier ist das raffinierte Spiel mit der Komplementarität des alten magischen Quadrates längst vergessen.